Einsame Spitze

Einsame Spitze

Kürzlich zeigte eine Studie in Deutschland, dass Frauen, die mehr Geld verdienen als ihr Partner, durchschnittlich auch noch mehr Hausarbeit leisten als dieser. Es scheint, dass diese Frauen glauben, sie hätten durch den Aufstieg in der herben Männerwelt ihre Weiblichkeit verloren. Das wollen sie durch einen gesteigerten Einsatz im Haushalt wett machen. Ganz nach dem altmodischen Motto: je mehr ich putze, umso weiblicher bin ich. Ist das wirklich so?

Oder können diese Frauen einfach nicht ihren schusseligen Männern bei der Hausarbeit zuschauen, wie sich diese hilflos durch Wäsche- und Bügelberge durchquälen? Dann machen die Frauen es doch gleich lieber selber. Denn bekanntlich ist diese Methode bei Männern, sich etwas charmant dusselig bei Frauen anzustellen, der schnellste Weg, freundlich, aber bestimmt wegdelegiert zu werden. Häufig mit der angenehmen Konsequenz, dass man nie wieder für diese Arbeit aufgeboten wird.

Karrierefrauen scheinen diesem Typus Mann in ihrer Berufswelt meistens nicht ausweichen zu können, im schlimmsten Fall müssen sie sogar mit so einem zusammenarbeiten. Aber zu Hause brauchten sie Getrödel, Organisationsfehler und mangelndes Qualitätsbewusstsein in Punkto Putz-Resultat nicht zu ertragen, sondern machen es gleich selber. Karriere macht bekanntlich einsam – in diesen Fällen auch beim Putzen.

Falls Sie mal zu so einem Pärchen eingeladen sind, wissen Sie mit was Sie der Gastgeberin eine Freude machen können: Nicht mit Champagner, sondern mit einer Flasche Meister Proper.

Riccarda Mecklenburg ist Publizistin, Dozentin und Gastautorin auf Frau Buchstäblich

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