Es wird teurer: FFZ – frauenfreie Zonen

Es wird teurer: FFZ – frauenfreie Zonen

Von am 3. September 2017
in Allgemein

Es gibt sie noch die Bastionen der frauenfreien Zonen. Diese Hochburgen, wo Kerle, also richtige Männer unter sich sind. Zum Beispiel der altehrenwürdige Golfclub St. Andrew. Dort dürfen Hunde und Frauen nicht rein. In dieser Reihenfolge steht es auf dem Schild am Eingang. Frauen dürfen auch bei strömenden Regen nicht unter das Vordach der Terrasse flüchten, denn sie versperren sonst den Männern die Aussicht. Das habe ich wirklich erlebt!!

Oder der Berg Atos in Griechenland. Dort dürfen auch keine Frauen hin. Ich habe mich immer gefragt, was da so Peinliches gemacht wird, was Frauen nicht erfahren dürfen? Ob Männer dort nackt wandern oder Bäume umarmen? Ich weiss es bis heute nicht. Oder der neugegründete arabische Mädchenrat, der ist auch frauenfrei. Nur adlige arabische Prinzen sitzen dort drin und machen sich anscheinend Gedanken über Frauen, so wurde es berichtet. Vielleicht ist das aber auch ein Übersetzungsfehler gewesen und es heisst gar nicht Mädchenrat, sondern «Motorrad e.V.» Aber diese Bastionen werden immer weniger.

Da gabs doch diese kleine feine Schweizer Privatbank, die einmal im Jahr ein Wurstessen veranstaltete, dort nur männliche Berühmtheiten und Privatkunden zum Referat und Wurstessen einlud und sich in Testosteron-geladener Laune feiern liess. Frauen waren gerade gut genug, um Bier und Grillgut zu servieren. Die ferngesteuerte Rachegöttin der Privatkundinnen, sprich die US-Justizia machte der kleinen feinen Privatbank den Garaus und heute meisselt das Überbleibsel nur noch Noten in Steine.

Und jetzt kommt für Männer die nächste Hiobsbotschaft aus Deutschland: Den Freimaurern wurde vom obersten Steuergerichtshof die Gemeinnützlichkeit aberkannt, weil sie keine Frauen in ihrer altehrwürdigen Loge dulden, geschweige denn aufnehmen. Das heisst, sie müssen Steuern bezahlen und können weiterhin bleiben, wie sie sind. Oder aber: Sie lassen Frauen zu und brauchen keine Steuern zu zahlen!

Ehrlich, ich bewundere Menschen, die auf derart subtile Weise Wendungen in verkrusteten Institutionen auslösen, wo andere, die an die Vernunft oder Zeitgeist appellieren, scheitern. Da kann man Jahrzehnte reden, argumentieren, diskutieren, bitten, flehen, drohen, schreien und nichts passiert. Stur und arrogant wird alles blockiert. Bis plötzlich aus einer ganz unerwarteten Ecke, das Bollwerk attackiert und die vermeintlichen Privilegien pulverisiert werden. So hätte ich mir nie vorstellen können, dass ein Steuergerichtshof die Genderfrage mittels Steuerprivileg klären könnte. Was für eine Ironie!

 

Diese Kolumne wurde von unserer Gastautorin & Publizistin, Riccarda Mecklenburg geschrieben.

Bild: fotalia.de

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